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Sonntag, 22. Mai 2011

Trennungsgeflüster

auf der suche worüber ich mir mal wieder meinen Kranken Kopf zerbrechen könnte. Wurde ich sanft auf ein Thema hingewiesen, naja so sanft wie mit dem Kopf gegen einen Türrahmen zu knallen, und während man die Sterne zählt die einem um den Kopf schwirren auf die Erleuchtung zu treffen. Es geht um die Frage was uns dazu bewegt eine Sache lieber Radikal zu beenden, anstatt sie einzuschränken. 
Was also bewegt uns dazu, uns bei Facebook und co abzumelden, anstatt uns selbst zu sagen das wir mal ein bisschen Abstand davon gewinnen sollten. Ich würde lügen wenn ich behaupten würde ich wäre nicht Süchtig danach. Aber ich bin im allgemeinen süchtig danach jedem meine Meinung aufzudrücken, auch wenn nicht explizit danach gefragt wurde.  Aber jeder hat nun mal ein Recht auf meine Meinung!
 Also wenn ihr das nächste mal beschließt Facebook ade zu sagen, denkt doch mal an mich! Ich sitze auf der anderen Seite und schaue auf meine Anzahl von Freunden und mir fällt auf "wups da fehlt doch einer" und natürlich sofort die frage bloß wer?! Irgendjemand muss sich da doch wieder auf den Schlips getreten gefühlt haben. Dabei gibt es doch jede menge Einstellungen die einem ermöglichen meinen Gehirnspam zu ignorieren. Mal ganz ehrlich auf die Idee das ihr auch so Suchtis seit, die verwerfe ich natürlich. Warum? Naja aus dem einfachen Grund weil ich schon immer ein Extremist war. Alles geht nur in die eine Richtung extrem oder in die andere, aber Mitte ist uncool, das kann jeder. Wenn mir also meine Kollegen zu viel reden dann kann ich doch auch nicht einfach sagen, ab morgen komm ich nicht mehr ich seit zu geschwätzig. Statt dessen kann ich mich doch einfach zurückziehen und ein bisschen Kopfkino genießen. So bin ich anwesend, zumindest körperlich. 
Wo ich aber klare Linien ziehen würde, also diese unumkehrbahren Schlussstriche ist bei Partnerschaften, bzw bei Trennungen in diesem Fall. Den eine Freundschaft zu versuchen direkt nach einer Beziehung ist wie sich den Arm amputieren zu lassen, den Arzt aber darum zu bitten die Wunde nicht richtig zu verschließen so das noch ein paar offene Gefäße aus dem Arm raus-hängen können. Um der Erinnerung willen. Oder eine Brücke über einem Tobenden Fluss nur halb fertig zu bauen, einfach so weil man ja nicht weis ob man die andere Hälfte jemals brauchen wird.
Wenn man auf Klo geht, beendet man sein Geschäft doch auch endgültig und nimmt sich nicht noch einen Teil mit weils doch so schön wäre wenn man sich anfreundet. So etwas klappt nur bei Southpark. Im wahren Leben in dem unsre Gefühle uns immer einen Strich durch die Rechnung machen werden. Sieht es doch anders aus. Da sitzt dann irgendwann einer dran der die Freundschaft will, sich abmüht mit Sms, eMail Anruf und weis der Teufel was, und der andere Part der einfach nicht so weit ist. So bleibt die Hoffnung und die Enttäuschung wie ein kleiner Tischtennisball zwischen den beiden Spielern die ihn hin und her schlagen bis einer einen vorzüglichen Schmetterball mit seiner Rückhand ausführt und das ganze Spiel beendet.
Ich weis nun mal gerne woran ich bin und wenn etwas vorbei ist sollte es das auch bleiben, wenn ich Begraben werde, ziemlich tief in die nass feuchte erde. Da möchte ich bitte Tod sein, nicht nur son bisschen Müde. Ich möchte da nicht drin liegen und denken FUCK hoffe da kommt noch jemand und gräbt mich aus wenn er mich vermisst oder jemanden zum reden braucht. 
Stellt euch vor es wäre Silvester wir würden alle eng zusammenstehen mit unseren Feuerwerkskörpern, würden sie zünden in voller Erwartung auf die Farbenpracht die gleich kommt. Und die Raketten fliegen zum Himmel. Naja und wieder zurück, kein knall keine Farben kein Silvester, nur weil einer Entschieden hat kein Schwarzpulver zu füllen. Dann gebt uns lieber gar keine Raketen. Warum sich also eine Option auf Freundschaft offen lassen mit einem Menschen den man schon in allen Lebenslagen kennt und der bewiesen hat das er kein guter Freund geschweige den Liebhaber ist?
Wenn ich aufhören will zu rauchen dann reicht es eben nicht nur ein wenig weniger zu rauchen weil ich mich doch letztlich nur damit selbst belüge, ich bewahre mir die Option offen auch wieder mehr zu rauchen. Wenn ich ein Junky bin dann hilft es mir nicht mir nur gelegentlich einen Schuss zu setzen ich bleibe Abhängig, nur kalter Entzug verspricht Heilung, egal wie hart es ist. So ist es eben auch in der Liebe und in allem anderen. 
Damit etwas neues entsteht muss etwas altes beendet werden, das Glas Wein auf meiner weißen Tischdecke ist vielleicht halb voll, aber wenn ich es umschmeisse wird es leer sein und der Inhalt wird rosa auf meinen Tisch zaubern...

Dienstag, 17. Mai 2011

die Knospe der Kraft

Hat sich schon mal jemand gefragt was einen Starken Menschen ausmacht. Ich meine wir begegnen andauernd irgendwelchen Menschen und können sie sofort in irgendwelche Schubladen stecken, zb ob es Schwächlinge sind, Überlebenskünstler oder welche die immer mit dem Strom in der Masse schwimmen um bloß nicht aufzufallen.


Aber was macht einen Stark? Was zeichnet stärke aus? Kann man es lernen und was noch viel wichtiger ist wie lange reicht die Kraft aus? Man muss kein Studium absolviert haben um zu wissen das Mentale Stärke nichts mit Physischer Stärke zu tun hat.

Es gibt diese Art Menschen die erfahren das sie eine Krankheit haben die sie nicht Überleben werden, und sie nehmen es so gefasst auf als hätte man Ihnen gesagt das dass Müsli alle ist.

Wie macht man so etwas? Wie viele Mauern baut man um das eigene Ich um niemanden hinter die Kulisse blicken zu lassen, niemanden Teilnehmen lassen an seinem eigenen Schmerz.
Den Bewundernswert ist es doch zu sehen das genau diese Menschen eine starke Schulter für all die haben die nicht mit dieser Nachricht zurecht kommen. Dieser Mensch geht dann von uns und alles was bleibt ist diese gigantische Lücke und die Frage wie man das alles wohl gemeistert habe.

Was ist mit den Menschen die in ihrem Leben schon so viel grausames gesehen haben, ohne daran zu zerbrechen? Was hält sie so lange auf den Beinen? Wer sieht das eigentlich wenn ein Starker Mensch zusammenbricht?
Wenn so ein Windei die ganze Zeit am jammern und klagen ist wie schrecklich das Leben sei. Kann das Gesamte Umfeld mit mehr oder weniger Interesse verfolgen wie dieses Weichei zusammenbricht. Wenn jemand aber stets seine Fasade aufrecht hält, bekommt man manchmal das Gefühl, das alle umstehenden wie ein Publikum nur darauf warten das der Vorhang fällt. Wie Hyänen die sich dann endlich auf das Aas schmeißen können und es zerfleischen, weil jeder schon immer wusste worin die Ursache dafür lag das man das wird was man ist. 

Starke Menschen laufen durch das Leben mit Scheuklappen,den Blick streng nach Vorne nichts darf ablenken, nichts beeinflussen oder vom Weg abbringen. Aber nicht jeder hat ein Ziel vor Augen, für manch einen ist es einfach das Ziel bis zum Schluss durchzuhalten ohne zu wissen wofür oder für wen.Sie ziehen eine Horde hinter sich her, reichen jedem die Hand der nicht danach gefragt hat. Ziehen uns aus dem Treibsand des Lebens mit einer Leichtigkeit, die man nur von Wolken kennt die den Himmel mit Mustern bedecken und wir darüber rätseln was sie wohl darstellen.
Jemand den wir als Stark bezeichnen taucht wie aus dem nichts auf und genauso schnell verschwinden die Menschen auch. Was sie mitnehmen sind unsere Sorgen und unseren Kummer den wir ihnen aufladen wie dem Weihnachtsmann in seinen Sack, nur das es hier wohl Geschenke sind auf die man gut verzichten könnte.
Nicht jeder erkennt die Notwendigkeit sich auch mal zu bedanken, dafür das man zugeben darf das man Fehler hat.
 
So wie das Leben also seine Rillen in unseren Lebensbäumen prägt, so hat jeder von uns wohl seine Geschichte, die ihn ausmacht und die er nicht nach außen tragen möchte. Wie eine Frau die ihren Mann in flagrante erwischt, und sich schwört das ihr das nie wieder passieren wird. Die hinaus zieht in die Welt um sich zu Rächen, an allen anderen Männern die nichts dafür können.
Klar würde sie das auch einsehen und verstehen wenn sie nicht so unendlich gekränkt wäre. Den es ist nicht das Gefühl Betrogen worden zu sein das in diesem Augenblick der Auslöser für so vieles ist,eher das Gefühl ersetzt worden zu sein ohne es mitbekommen zu haben.
Dann gedeiht der Gedanke das niemand mehr dies schaffen soll, so vorgeführt werden möchte niemand.Deshalb wird die Pflanze der Verbitterung genährt und wächst an den Gedanken wie man sich selbst schützen kann, wie man sich selbst vor erneutem Schmerz wahren kann. Ist der Keim erst mal gesetzt steht der Hass bald in seiner vollen Blüte.

So vermehren sich wohl Starke Frauen. In dem sie einander in Situationen bringen in denen es nur zwei Auswege gibt, dem Misstkerl hinterher-trauern, oder selber Herzen brechen. Das Phänomen lässt sich aber auf beide Geschlechter interpretieren, es ist daher nicht Geschlechtsspezifisch.

Aber Starke Männer und Starke Frauen kommen nicht zusammen. Niemand braucht zwei Starke Schultern.

Starke Männer suchen schwache Frauen, um ihnen halt zu geben, oder um sie auszuhalten.
Starke Frauen suchen wohl dann nach Schlapp-schwänzen die sie durch die Gegend jagen können.Um ihren drang zu verbergen selber einmal nur für einen kurzen Augenblick schwäche zeigen zu dürfen, um sich für einen Augenblick eingestehen zu können das auch sie sehr wohl verwundbar sind. Ohne Angst zu haben das man ihnen ihre Kraft aberkennt.

Montag, 16. Mai 2011

Ungebetene Gäste

einst wohnten in einer Höhle, vier Bewohner. Sie schlichen sich an belagerten die Höhle für sich , gestalteten sie um drängten andere Bewohner weg, schubsten und drängten. Sie waren keine gern gesehenen Gäste. Jeder der sie entdeckte hoffte das er sie bald los werden würde.
So also auch ich. die 4 ungebetenen Gäste hatten sich bei mir eingenistet und für ordentlich Unruhe gesorgt. Folglich gab es da nur eine logische Konsequenz, sie mussten raus. Weil ich natürlich nicht alleine dieser Aufgabe gewachsen bin. Hatte ich tatkräftige Unterstützung. Die Unterstützung bestand darin mich daran zu erinnern zu atmen, und mir tapfere Worte entgegenzuschmettern die mich vom eigentlichen Problem ablenken sollten. Aber hauptsächlich darauf zu achten das ich nicht achtlos umfalle.
Nachdem wir uns ewig darum gedrückt haben los zuziehen, um die Extraktion vorzunehmen. Wir werden schon erwartet direkt an der Tür, abgefangen, und gebeten Platz zu nehmen. Es gibt zwei Stühle, meiner ist der der für Folter gemacht wurde. Meine Treue Begleiterin sitzt mir gegenüber. Mein Folterstuhl wird nach hinten gefahren bis ich in der Horizontalen liege. So ein Teil brauch ich für zu Hause auch denke ich. Per Knopfdruck einfach mal in die Horizontale, so würde man sich einiges an Gerede ersparen, dieser Wink kann einfach nicht Missverstanden werden. Zurück zum Thema kommen meine Gedanken genau dann als ich mir die Brille aufsetzen soll die mich davor ablenken soll was gleich kommen wird, ich weiß es ich habe schon so viele Horrorgeschichten gehört, in bunt und in Farbe. Die Assistentin spielt noch ein wenig am Licht das direkt auf mein Gesicht scheint, als würde es ein Geständnis von mir haben wollen. Aber ich gebe doch nicht zu das ich lieber am Strand liegen würde als hier auf diesem Stuhl. Meine Begleiterin drückt meinen Fußknöchel, unsere Arme sind zu kurz um sie einander halten zu können. Mund weit auf ! Diesen Spruch hört man als Frau viel zu oft! Naja was solls also zieh ich mit, Mund weit auf und rein das Ding, scheiße tut das weh. Jeder einzelne Einstich, mal davon abgesehen das ich sowieso aufgehört habe zu atmen, werde ich nun daran erinnert das Atmen wohl Überlebenswichtig sei. Eigentlich ist das mehr ein Hecheln was man von Schwangeren kennt, um den Schmerz weg zu atmen. Dann trifft das ein was wir vorhergesehen haben, das kribbeln in den Lippen, und dann das Taubheitsgefühl im ganzen Mund. Soweit das ich noch nicht einmal mehr in der Lage bin meine Zunge zu bewegen. Ein Wunder ist geschehen, mir hat es also offiziell die Sprache verschlagen. Meine Zunge wiegt jetzt mehr wie ich selbst. Aber weiterhin heißt es Mund weit auf. Niemals hätte ich gedacht das soviel Kram in meinen Mund passt. Ja ich habe ein loses Mundwerk aber wie eine Schlange kann ich meinen Kiefer nicht ausrenken. Dann geht der Kampf los, ziehen, drücken, zerschneiden, zertrümmern, bis die vier Aufgeben, und sich ihrem Schicksal ergeben. Als sie draußen sind. Ich kann sie mir ansehen, und ich hasse die Dinger jetzt noch mehr. Jetzt kommt die Probe aufs Exempel, Schlucken. Ja Schmerzmittel sollte man schlucken, aber funktioniert hat das nicht, ich hab ja nicht einmal eine ungefähre Ahnung davon wo mein Mund anfängt, alles fühlt sich an als würde es nicht mir gehören. Kopf in Nacken und den Hals runter laufen lassen, Arm wenn man nicht mehr in der Lage ist selber zu trinken. Was noch witziger ist das die nächsten Tage essen auch nicht drin ist.... aber Diäten sind immer Radikal, irgendwie...



Mittwoch, 27. April 2011

Balkanblut


Man sagt es ist nicht möglich zu verbergen wo man her kommt, es ist nicht möglich die wurzeln rauszureißen ohne ein anderer dabei zu werden.  Sehe ich mir meine Arme an weis ich in Ihnen fließt dein Blut. Sehe ich mein Gesicht weis ich das ich deine typischen Gesichtszüge habe. Lache ich über einen schmutzigen Witz, weis ich das es auch dich zum lachen bringen würde. 

Steh ich da weis ich das du mich tragen wirst. Deine Kinder sind verstreut auf der Welt doch wir sind vereint in dem was wir sind. Deine Kinder. Ich kenne niemanden der so feiern kann, niemanden für den es dazugehört zu singen und auf Tischen zu Tanzen, kenne niemanden der es für selbstverständlich erachtet mit Jung und alt zu flirten. 

Kenne keine Schöneren Frauen, als deine Töchter, die stets umwerfend aussehen und die Dame geben und zu Hause eine Schlampe im Bett sind. Sie alle legen Wert den Haushalt zu beherrschen so wie sie die Modetrends beherrschen. Sie vereinen Orient und Oxident in Perfektion, sind die Bauchtänzerinnen der Neuzeit. Sie besitzen Macht und bleiben dennoch Frau. Sie dulden unter sich keine Emanze die Aussieht als sei sie ein Mann. Alice Schwarzer wäre für deine Töchter ein gefundenes Fressen. Deine Töchter sind Stark und Taff. Sie setzen die Waffen einer Frau ein, jeder der sich einst in den Augen deiner Töchter verloren hat weiß wovon ich spreche. 

Deine Söhne sind Herrschsüchtig und Stark, jeder von Ihnen mit Eifersucht ausgestattet und bereit jederzeit in den Krieg zu ziehen. Sie arbeiten hart und setzen lieber ihre Physische Kraft ein wie ihre Geisteskraft. Sie wollen stets bewegen, erfolgreich sein, und sind sich für nichts zu schade. Sie sind tolle Sportler jeder, so scheint es hat ein Sportliches Talent. Wenn Sie lieben, lieben sie aufrichtig. Doch bis sie endlich beginnen zu lieben kann es lange dauern. Dich Mutter schützen sie stets. Wenn die Welt Soldaten sucht die jederzeit bereit sind in den Krieg zu ziehen, selbst gegen einen Feind den die Welt nicht kennt, dann sei gewiss unter deinen Söhnen hätte sie schnell eine Armee zusammen. Deine Töchter wissen um die Bereitschaft  zu sterben, und das wird sie über die Jahre wohl auch so stark gemacht haben. Sie alle können allein überleben, doch nur zusammen sind sie unbesiegbar.  Wir sind alle bereit für dich in unser Verderben zu rennen, so wie es unsere Großväter und Väter getan haben. Aus aller Welt würden wir herreisen um dir den Rücken zu stärken. 

Deine Vorgärten Mutter sind durchbohrt von weißen Grabsteinen die aus dem Boden sprießen, an ihren Anblick haben wir uns gewöhnt. Als seien es Blumenkästen die du uns hingestellt hast um uns daran zu erinnern wie alles enden wird. Die Erde in unseren Gärten in unseren Wäldern erzählt von der Blutigen Geschichte die hier geschrieben wurde. Deine Flüsse sind wie Adern in deinem Körper sie fliesen stets und machen den Anschein das sie niemals Austrocknen würden. Deine Brücken vereinen was sich sonst nicht vereinen lässt. Deine Lieder sind voll mit Trauer. Niemand kann Schmerz so schön umschreiben wie deine Töchter und Söhne. Jedes Wort davon geht direkt ins Herz. Als wäre deine Sprache nur dazu gemacht das Leid was dir widerfahren ist zu umschreiben. 

Du bist so unglaublich vielseitig, laufe ich durch deine Straßen sehe ich die Geschichte der Zeit an mir vorüberziehen. Du Vereinst Altertum und Moderne. Nur über deine Felder kann man Barfuß rennen vorbei an Schlangen und Landmienen. Nur in deinen Dörfern kann man in Ruinen neues Leben entdecken, Bäume die durch das Unkraut in die Freiheit wachsen. Unter deinem Himmel fühlt sich die Luft anders an die wir atmen, sie ist schwer und brennt in den Lungen und doch ist sie zuckersüß im Abgang. Liege ich unter deinem Himmel, so sind die Sterne klarer und die Musik der Ziehharmonika scheint niemals zu verklingen. Und wenn ich dann so vor mich hin träume und an dich denke erklingt in meinem Ohr stets „tamburalo momce uz tamburu….“

Mittwoch, 20. April 2011

Leuchtfeuer

Es heißt es gibt im Jahr 4 Jahreszeiten, Frühling Sommer Herbst und Scheisse. 

Ganz so eng sehe ich das nicht. 

Der Winter ist am Anfang schön. Schön kalt vor allem. Er steigert die Geburtenrate, naja 9 Monate danach. 

Aber irgendwann haben wir die Nase gestrichen voll, nicht nur mit Flüssigkeit, sondern auch einfach davon krank zu sein, zu dick eingepackt und das man im Dunkeln rausgeht und nach hause kommt wenn es wieder dunkel ist. Den ganzen Tag wird man beleuchtet von unschön verpackten Halogenlampen. Die uns wie in einer riesen Hühnerfarm beleuchten. Uns wärmen und uns vortäuschen das es Tag ist so das wir Fressen und wachbleiben. Bis wir Fett genug sind um Geschlachtet zu werden, naja in unserem Fall um uns selbst Fertig zu machen weil wir nicht mehr in unsere Klamotten passen. 

Ich bin aber kein kleines Küken das auf die Wärme einer Lampe angewiesen ist. Ich sende meinen Ruf nach der Sonne in den Himmel wie eine Leuchtrakete, ich möchte morgens wieder von der Sonne geweckt werden. Möchte morgens die Sonne sehen bevor ich in meinem Büro verschwinde. Ich möchte nach hause fahren und noch etwas von der untergehenden Sonne haben und nicht unter Strassenlaternen den Weg nach Hause suchen.  Wir sind alle wie die kleinen Maiglöckchen die sich durch den Schnee bohren, ihn zu Seite schieben und dann in wunderschönen Farben kleine Tupfer im Schnee bilden. Ein Phänomen was sich immer wieder beobachten lässt, ja natürlich hat es draußen noch Temperaturen die Nippel gefrieren lassen, so das man damit Diamanten schneiden könnte, aber die Sonne scheint, das bedeutet für manch einen das es Zeit wird ungefragt die weiße Haut in die Welt zu strecken, samt dem angefressenen Winterspeck. Je mehr Sonnenstrahlen umso weniger Stoff...eine recht einfache Mathematische Gleichung. 

Alles was jetzt interessiert ist der perfekte Bikini und die dazugehörige Bikinifigur die von 100 Personen am ende 5 schaffen, aller anderen erleben die Freude mit dem kleinen Spielzeug das unsere Jugend begleitet hat. Dem Jo-Jo Effekt. 

Wir brauchen Aufrüstung im Kleiderschrank und der Frühling schenkt uns genug Kraft dazu, er schenkt uns die Kraft zu lächeln die wir, zumindest sieht es manchmal danach aus, über den Winter nicht mehr hatten. Wenn man jetzt durch die Gegend schlendert verloren in seiner eigenen Welt kommen einem erstaunlich viele Menschen entgegen die die Mundwinkel nach oben ziehen. Wohlmöglich auch weil sie sich auf die Pirsch machen, nach einem neuen Partner. Die berühmt berüchtigten Frühlingsgefühle. In mir rufen sie nur Wut auf, darüber das die Wiesen nun überflutet werden mit Pärchen die ihre junge Liebe demonstrieren müssen. Neurotisch wie von einem inneren Zwang besessen, müssen nun alle Händchenhaltend, Kuschelnd und Klammernd beweisen das sie infiziert sind von der Liebe. Die Bäume haben ihre weisen Kleider abgeschüttelt, und die Frauen machen den Anschein als hätten sie nur diesen einen Wunsch, sich in ein weißes Kleid zu drücken und zu heiraten. Nennt sich das dann Trikottausch? Während unsere Umwelt nun Farbenfroh wird, und die Grüntöne sich zu übertreffen scheinen, übertreffen wir uns mehr mit schlechtem Geschmack und der falschen Kleiderwahl. Im Frühling gilt der Zwiebellook. Nur so als kleinen Tipp zwischendurch. Vor allem wen die Haut noch nicht von der Sonne geküsst wurde. Man kann natürlich was dagegen machen, in dem man sich ungeschützt in die Sonne legt oder unter der Sonnenbank einschläft, den dann bekommt man diesen gesunden rot stich der eine gewisse Romantik und Schüchternheit auf unsere Haut zaubert, was sicherlich vorteilhaft ist für die Suche nach einem Passenden Partner. 

Hier zeigt sich dann wieder dass sich das Ozonloch genauso schnell ausbreitet wie die schwarzen Löcher in unseren Köpfen. Möglicherweise werden wir auch einfach nur Sorgenfreier. 

Oder wie ich es die Tage aufgeschnappt habe: Frauen sind auch Jäger und Sammler, wir Jagen Männer, und Sammeln Taschen. Das Funktioniert bekanntlicherweise gebräunt und gestylt am besten. Den auf Weißwürste stehen Männer auch nur während dem Oktoberfest und dazu ein Kühles Blondes. 

Aber was das schönste am Frühling ist, ist der Geruch in der Luft, es riecht nach Grill. Frisch gebrutzeltes Fleisch dessen Geruch sofort das Wasser im Mund zusammen laufen lässt. Natürlich nicht zu vergessen das Eis essen. Es ist wie die Aufwärmphase vor einem Marathon. Wir wärmen uns auf für den Sommer. Können es kaum erwarten dass es wärmer wird, die Tage länger und die Nächte scheinbar unendlich. Es scheint als würde das Leben zurückkehren uns in eine gewisse Aufbruchsstimmung bringen, als hätten wir alle große Pläne, und nun auch endlich die Kraft dazu. Also schmeissen wir den Grill an, setzen die Sonnenbrille auf und Atmen tief durch. Mit dem Heuschnupfen kommen dann sicher auch bald die Frühlingsgefühle !


Montag, 4. April 2011

Der Teufel ist ein Eichhörnchen

Wenn der Teufel ein Eichhörnchen ist dann ist der Teufel sicher eine Frau,  aber er trägt ja auch Prada und damit hat der Teufel schon mal guten Geschmack bewiesen. 

Was also hat der Teufel das Eichhörnchen und Prada mit mir zu tun? Ganz einfach ich fürchte ich bin ein Eichhörnchen. Um genau zu sein bin ich wohl eins das kurz vor dem Winterschlaf steht. Nur das der bei mir wohl das ganze Jahr bevorsteht.  Eine kleine Höhle habe ich natürlich auch, naja der Teufel hat schließlich auch eine. Warum sollte ich mich schlechter stellen?

Ich gehe so gerne auf Beutezug um die leckersten Teile zusammen zu suchen, am liebsten Schnäppchen. Ich laufe wild durch die Gegend mit einer bemerkenswerten Ausdauer. Wirklich wenn ich mir den Vorsatz mache Joggen zu gehen bin ich noch nicht mal aus der Wohnung raus und schon bin ich fix und fertig, natürlich habe ich das perfekte Outfit zum Joggen. Nur läuft es eben nicht von alleine den dreh hat es noch nicht raus. Deswegen schlendere ich dann eher, um dann für gut aussehende Jogger so auszusehen als würde ich mich gerade unglaublich fit halten.  Aber eigentlich ist die Fitness, also die einzig wahre die ich durchhalte und gerne Betreibe ist Extremshopping! 

In meinem Kleiderschrank herrscht Chronischer Kleidermangel, das Phänomen das Waschmaschinen Socken schlucken kann ich nur bestätigen nur verschwinden dort bei mir auch Jeans, Blusen, Blazer Schuhe und andere überlebenswichtige Dinge. Sie verschwinden einfach, möglicherweise ist mein Kleiderschrank auch Bulimie krank, verschlingt alles und kotzt es irgendwann aus.  Oder es ist eine Sekte bei dem ich meinem Kleiderschrank einfach regelmäßig Opfer bringen muss.  Wie gesagt ich habe das Phänomen,  beziehungsweise die Ursache für den Kleiderschrank voll mit „Nichts zum Anziehen“.  

Ich mache mich also wie das Hungrige Eichhörnchen auf den Weg nach Vorräten die ich verstauen kann und bei Gelegenheit meine Freude daran zu haben. Wir sind dabei sehr wählerisch überlegen uns was wir noch brauchen um nicht eintönig zu sein. Es muss genug sein um lange davon zehren zu können. Wir tragen unsere Beute in unseren Bau, ziehen mehrfach los wenn es sein muss. Probieren zwischendurch. Sammeln weiter. Dann zum Schluss wenn sich das Vergnügen dem Ende zuneigt, schleiche ich mich in meinen Bau ein letztes Mal für diesen Tag. Schließe leise die Tür auf, schleiche mich in mein Zimmer, in der Hoffnung nicht erwischt zu werden. Mein Konto ist längst ausgereizt und jeder Mann der die Tüten sieht weis wie spät es ist. So wie sich das Eichhörnchen einkuscheln muss bevor der Winter es ereilt. Ich bin ein Eichhörnchen. Und das ist bekanntlich der Teufel, wohl weil der Teufel die Sündigen verführt um in die Hölle zu kommen bevor die Schutzengel einen Retten können. Also sind meine Mitbewohner eigentlich Engel? Und mein Schrank ist die Hölle? Das kann durchaus sein den wenn ich morgens davor stehe, fluche ich wie ein Rohrspatz, wo zur Hölle ist dies und das …
Wenn also der endlose Flur endlich überbrückt ist verstecke ich meine Beute, damit sie nicht sofort gefunden wird und wohlmöglich ein anderer an Beute kommt. Wie soll ich den dann den Winterschlaf überleben?! Was ich noch mit dem Eichhörnchen gemeinsam habe? Na das Vergessen der Mühevoll zusammengesuchten Beute. Das süße kleine Hörnchen vergisst einfach wo es seine Nüsse vergraben hat. Ich vergesse wann ich welches Teil gekauft habe, dann ziehe ich es aus dem Schrank und freue mich wie der Teufel weil da sogar noch ein Preisschild dranhängt. Den auch Kleidung hat eine Haltbarkeitsdauer, man wird schlanker aber eher vollschlanker. Oder die Farbe kommt aus der Mode, deswegen sammeln das Eichhörnchen und ich auch gerne Basics. Die kann man immer gebrauchen. 

Warum wir Frauen so sind? Vielleicht gibt es uns das Gefühl das wir hatten als wir als kleine Mädchen an Mamas Kleiderschrank gegangen sind, in ihre Kleider geschlüpft sind und uns mit ihrer Schminke angemalt haben. In Mamas Schuhe rutschten, um damit die ersten wackligen Schritte zu machen auf dem Weg zur Frau, auf dem Weg zu etwas besonderem. Um hübsch auszusehen, so wie Mama, den gibt es jemand tolleres als Mama? Wer würde schon sagen dass die eigene Mama der Teufel ist. 


Mittwoch, 23. März 2011

Sitzbadewanne


Mama und Papa stehen im Flur, unter ihnen auf dem Boden steht ein Karton. Sie streiten sich über den Inhalt.  Meine Mutter weint. Sie versucht unter Tränen zu erklären das die Nutella und das Brot reichen werden. Mein Vater ist dagegen. Wir sollen gehen.  Ich stehe am Türrahmen, sie sehen nicht das ich dort stehe, wissen nicht das die Worte mich erreichen und mich verwirren. So sehr wie die Tatsache dass meine Mutter weint. Ich verstehe nicht wohin wir gehen sollen. Und wer ist wir. Ich möchte nicht weg von Papa vor allem will ich aber nicht weg von Oma. 
Dann fährt uns Papa an den Bahnhof setzt uns in einen Bus. Er ist voll und es riecht nach Regen, ich halte meine Puppe fest und streichel ihren roten Regenmantel glatt.  Draußen regnet es in Strömen, doch an diesem Bild stimmt etwas nicht.  Meine Mama und ich wir sind im Bus doch Papa steht draußen im Regen. Jetzt erst registriere ich dass in diesem Bus alle Frauen weinen.  Ich sehe durch die Scheibe, sehe die Tränen in Papas Augen, dann nimmt er seine Hand drückt sie gegen die Scheibe und ich drücke meine von innen gegen die Scheibe. 
Jetzt wache ich auf, weinend manchmal schreiend. Was ich gesehen habe bin ich selbst. Mit 5 Jahren. Auf der Flucht. Dieser Traum raubt mir in manch einer Nacht  den Schlaf, auch wenn es schon lange her ist.  Besonders holt es mich ein wenn es regnet.  Wenn es draußen Blitzt und stürmt  möchte ich am liebsten sofort aufhören zu existieren, sofort verändert sich in meinem inneren die starke Frau die ich geworden bin,  zu dem kleinen Mädchen das Angst vor dem hat was als nächstes kommt.  Nichts möchte ich lieber als mich an solchen tagen Sicher und geborgen fühlen.  

Ich kam in diesem Hotel an und war gespannt auf alles Neue.  Ich wollte meinen Alltag nicht von dem bestimmen lassen was war. Es hatte mich genug geprägt.  Schmeiße meinen Koffer auf das Bett, schaue mich um. Als ich das Bad öffne erwischt es mich wie ein schlag ins Gesicht. Damit hatte ich nicht gerechnet.  Nachdem aus dem kleinen Mädchen eine Frau geworden ist kehrten  Mama und ich zurück in das Haus aus dem wir geflohen waren.  Es wirkte so winzig so verlassen, so leblos. Innen war der Boden zerstört man konnte sich nicht frei bewegen. Das hier war mir einst so riesig vorgekommen. Alles war unerreichbar. Selbst die Badewanne in der ich immer geplantscht hatte, sah jetzt so schäbig und winzig aus. Was ich jetzt weiß, es ist eine Sitzbadewanne. Genau das was sich jetzt in diesem Hotel vor mir Ofenbarte. Reflexartig weiche ich zurück bis ich mit dem Rücken zur Wand stehe. Die Bilder dieser Wanne verbinden sich mit unzähligen Bildern in meinem Kopf. Es fällt mir schwer zu atmen. Wer baut auch schon ein Hotel mit solch einem Folterobjekt? Man kann nur eine Volldusche darin machen oder ein Halbbad. Dieses etwas ist so kurz das ich nicht einmal darin sitzen könnte, geschweige den stehen. Warum auch immer hat es eine Neigung in der man sich selbst beim Duschen fühlt als würde man noch in den High-heels stecken.  Entspannend ist das nicht. Wie konnte ich als Kind darin plantschen? Wie winzig war ich nur?!
Toll und jetzt stehe ich da und weis nicht ob ich dem ganzen gewachsen bin, wie kann ein Konstrukt aus Fliesen und sonst was mich so aus der Bahn werfen.  Doch ich bin keine fünf mehr.  Es macht nicht wirklich Spaß in diesem Ding zu stehen, kommt mir eher so vor als würde ich versuchen ein Bad in einem Waschbecken zu nehmen. Warum werden so Dinge gebaut in ein Hotel? Sie sind zu hoch und zu eng und zu kurz. Eine Dusche wäre doch vernünftiger. Aus diesem Ding auszusteigen ist lebensgefährlich. Es ist zu rutschig und man hat keine Möglichkeit sich festzuhalten.
Ein Hotelzimmer erzählt wohl viele Geschichten man muss nur wissen wie man sie zu lesen hat. Für manche ist es der Regen der gegen das Fenster prasselt, für andere das Doppelbett das nur auf einer Seite gedeckt ist und so die Einsamkeit des Raumes  wiederspiegelt, oder das Besteck beim Frühstück das so oft schon gedeckt wurde und von so vielen Menschen benutzt wurde.  Die Tür durch die schon so viele gekommen und gegangen sind ohne ihre Geschichte zu erzählen. So wie ich meine weiter mitnehme, und versuche vor ihr wegzulaufen. Weil es Geschichte ist.  Sie prägt uns doch sie sollte unsere Zukunft nicht verhindern.